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Die Nacht der Galerien war wieder ein Erfolg.  Und Anteil daran hatte  die Jahresausstellung des WKV im Kulturhaus. 13 Künstlerinnen und Künstler haben sich des Themas "Perspektivwechsel" angenommen. Anbei ein paar Bildbeispiel aus der Ausstellung. Zu sehen bis 5. August.

Nachdem die stadtweite Präsentation von und mit Luciano Castelli um ein Jahr verschoben wurde, sind seit Freitagabend nun ausgewählte Arbeiten der Gruppe „Zero“ zu sehen. „Zero“, 1958 gegründet, ist längst bundesdeutsche Kunstgeschichte. Denn die drei Künstler Otto Piene, Günther Uecker und Heinz Mack wollten mit ihrer Arbeit einen Neuanfang im Nachkriegsdeutschland propagieren, für eine „Stunde Null“ kämpfen, für eine unbelastete und „reine“ Kunst als Gegenpol zur jüngeren Vergangenheit mit dem Zweiten Weltkrieg. Zuerst waren sie nur zu zweit: Otto Piene,  Wegbereiter der Licht- und Feuerkunst gilt, und  Heinz Mack. Der  Lollarer hatte sich schon früh durch experimentelle Lichtreliefs sowie Lichtinstallationen einen Namen gemacht. Inzwischen sind es vor allem seine farbstarken und ungemein ästhetischen Druckgrafiken, die bei den Kunstfreunden immer wieder für Furore sorgen; so zu erleben auch am Freitagabend bei der Eröffnung im Alten Rathaus. 1961 stieß Günther Uecker dazu, seine  reliefartige Bilder und Objekte aus und mit Nägeln machten ihn sind berühmt. Von allen drei Künstlern sind im Kunstverein auch dank der Zusammenarbeit mit der Galerie am Dom nun markante Beispiele für das Schaffen der Gruppe „Zero“ zu finden.
 

Harald Naegeli, der Sprayer von Zürich, hat vergangenes Jahr im Wetzlarer Kunstverein ausgestellt. Die Vernissage fand im Oktober statt, wenige Tage vor einem erneuten Prozess gegen den Künstler in Zürich. Naegeli nutzte die Vernissage und verlas seine Verteidigungsrede (Video auf facebook). Tage später drängte das Gericht darauf, dass sich beide Seiten einigen. Kürzlich wurde der Schlusspunkt gesetzt: Harald Naegeli schenkte der Stadt Zürich eines seiner Bilder. Damit galt die Schadenersatzforderung von 9000 Franken als getilgt und das Verfahren wegen Sachbeschädigung war erledigt.

Die lange Nacht der Galerien und Museen steht wieder an, und zwar am 8. Juni. Start ist wie immer mit der Jahresausstellung  des Kunstvereins, sie wird um 18 Uhr im Kulturhaus eröffnet. In der WKV-Galerie sidn dann ab 19 Uhr Arbeiten der Gruppe "Zero" zu bewundern, etwa diese von Otto Piene. Im Verlauf des Abends bis 24 Uhr laden dann noch9 weitere Stationen zum Besuch ein, und das alles bei freiem Eintritt.

Holger Daberkow hat sich durch Ausstellungen und Publikationen überregional einen Namen gemacht. Sein neuestes Projekt, die Fotoausstellung „Leitz-Park 3“, ist in den Räumen des Wetzlarer Kunstvereins zu sehen.Die Ausstellung belegt einmal mehr Daberkows ungewöhnlichen und ästhetischen Blick auf Gegenstände und Materialien.

Eine kurze Einführungsrede hielt Gert Heiland, Vorsitzender des Wetzlarer Kunstvereins. Er verzichtete darauf, die technischen Finessen des Leica-Fotografen einzugehen. Heiland ist fasziniert von Daberkows Blick für das Potenzial der profanen Dinge, den im Bild transportierten Humor und die Kunst des Fotografen, neue Geschichten entstehen zu lassen. Als Beispiel nannte er das Bild der großen Baggerschaufel, die wie ein Raubsaurier ins Bewusstsein des Betrachters stampft. Oder das „Ballett der Kräne“, das Heiland an Kraniche erinnert. Bestandteil der Ausstellung ist auch eine Dokumentation über Architektur und Industriekultur.

Seit zwei Jahren fotografiert Daberkow  mit Leica-Kameras auf der Baustelle „Leitz-Park 3“. Herausgelöst aus einem rein funktionalen Zusammenhang entwickeln die Gegenstände eine eigentümliche Schönheit, die sich dem Betrachter erst erschließt, nachdem sie ihre Zweckmäßigkeit verloren haben.

Die Ausstellung „Leitz-Park 3“ ist bis zum 2. Juni in der Galerie des Wetzlarer Kunstvereins im „Alten Rathaus“, Hauser Gasse 17, zu sehen. Öffnungszeiten: Freitag, 16 bis 18 Uhr; Samstag, 11 bis 14.30 Uhr; Sonntag, 13 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.