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Die Stadtgalerie im Kulturhaus in der Bahnhofstraße ist am 17. November mit einer Ausstellung unseres aktiven Mitgliedes Anne Held eröffnet worden. Im Rahmen der Vernissage und zum Einzug hat WKV-Vorsitzender Gert Heiland der Artothek, die ebenfalls dort untergebracht ist, zehn Arbeiten geschenkt. Die zuständigen Damen, Ulrike Sott (links) und Sylvia Beiser, haben sich sichtlich gefreut. Mitgespendet haben Renate Donecker, Holle Klein, Christian Sämann, Renate Mergehenn, Margret Uellenberg, Jürgen Kittel, Holger Daberkow, Wolfgang Michaeli, Roderich Helmer sowie Lamar Dreuth, der die stellvertretende Übergabe seiner Arbeit wiederum  fotografiert hat. 

Unter dem Motto „Goetheschule trifft Kunstverein“ zeigt der WKV Werke eines Kunst-Leistungskurses der Wetzlarer Goetheschule. Zur Vernissage kamen rund 100 Gäste.

Zu Beginn Übergab der Vorsitzende des Wetzlarer Kulturförderrings, Boris Rupp, an Vorsitzenden Gert Heiland einen Scheck zur Unterstützung seiner Arbeit. Mit einer kurzen Erklärung gab Roderich Helmer, als Kunstlehrer und Kursleiter an der Goetheschule und aktives Mitglied des Kunstvereins, einen Einblick in die Entstehung und die Intention des Ausstellungsprojektes „Goetheschule trifft Kunstverein“.

Zunächst habe der Kurs das Thema erarbeitet und dann seien die zwölf Schüler daran gegangen, die Kunstwerke zu schaffen. In individueller und in Gruppenarbeit seien die Objekte entstanden, die nun im Wetzlarer Alten Rathaus zu sehen seien. Dabei sei es nicht nur darum gegangen, die Werke zu schaffen, sondern auch um die Organisation und Ausrichtung der Ausstellung.

„Eine Stunde kann wie eine Ewigkeit sein oder auch in einem Augenblick vergehen“, sagte Leonie Preiß. Die Schülerin hatte die Moderation der Einführung in die Ausstellung übernommen, die von den Schülern in Form eines philosophischen Dialogs gestaltet wurde.

„Was ist verlorene Zeit?“ - Wohin ist sie verschwunden? – „Was ist verschwendete Zeit?“ – „Kann man Zeit gewinnen?“, lauteten die Fragen, die im Arbeitsprozess in spannende, zum Teil auch rätselhafte Objekte umgesetzt wurden. Dabei verzichteten die Nachwuchskünstler auf erhobene Zeigefinger und Belehrung. Ganz im ursprünglichen Sinn der bildenden Kunst werfen die ausgestellten Werke Fragen auf und überlassen die Antworten den Betrachtern.

Dabei entstanden neben Werken in klassischen Formaten, wie Malerei, Skulptur und Kollage auch moderne Formen, wie eine Videosequenz und eine Rauminstallation, die sich an der Form der analogen Uhr orientierte.

Es stellen aus: Fulya Bardakci, Sandy Duong, Miriam Elert, Kristin Friemann, Constanze Götz, Eva Kleesiek, Jana Leo, Johanna Maiworm, Celine Moravek, Leonie Preiß, Maike Steinbach und Philipp Wagner. Für Musik sorgten Celine Moravek (Gesang) und Maximilian Peter (E-Piano).

Die Ausstellung  ist bis zum 18. Dezember im Alten Rathaus in der Hauser Gasse 17 in Wetzlar zu sehen. Geöffnet ist die Galerie freitags von 16 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 14:30 Uhr und sonntags von 13 bis 16 Uhr. Eintritt frei. Klaus J. Frahm/Fotos: WKV

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Goetheschule trifft Kunstverein“ heißt eine Ausstellung von Jugendlichen, die am 12. November um 11 Uhr in der Galerie des Wetzlarer Kunstvereins, Hauser Gasse 17, eröffnet wird. Das Thema „Wie findste Kunst so?“ haben sich die Goetheschüler selbst gegeben und dann dazu im Unterricht gearbeitet. Kunstlehrer in Roderich Helmer. Es ist das zweite Mal, dass Gymnasiasten in der Galerie ausstellen.

Die Ausstellung von Harald Naegeli und Wolfgang Spiller endet zwar am 5. November. Doch am Montag, 6. November,  findet noch ein Kunstgespräch in der Ausstellung im Kunstverein statt. Die Leitung hat Dr. Susanne Ließegang. Beginn ist um 19 Uhr.

von Heiner Schultz

Eine hochinteressante Ausstellung zeigt der Kunstverein. Zu sehen sind Zeichnungen des als „Züricher Sprayer“ weltbekannten, bedeutenden Künstlers Harald Naegeli, und seine Graffiti, dokumentiert in Fotografien von Wolfgang Spiller. Zur Eröffnung waren beide da.

Er war für einige der Held ihrer Jugend, sagte Vorsitzender Gert Heiland in seiner Begrüßung. Doch seine Heimatstadt hieß seine Werke nicht gut. Naegeli, Jahrgang 1939, begab sich nämlich auf nächtliche Streifzüge, um „Poesie gegen Einfallslosigkeit“ zu verbreiten. Heute nennt man das „Street Art“. Das fanden die Züricher Ende der 70er gar nicht gut und verurteilten den Künstler 1981 wegen Sachbeschädigung zu einer Geld- und einer Gefängnisstrafe.
Naegeli ging nach Düsseldorf ins Exil. Trotz der Intervention zahlreicher Künstler, Schriftsteller und Politiker und einer von ihm selbst eingereichten Beschwerde bei der Europäischen Menschenrechtskommission wurde er nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts 1984 ausgeliefert. Nach sechs Monaten wurde Naegeli aus der Strafanstalt entlassen und zog nach Düsseldorf, wo er weiter sprühte und lebt.
Überdies erarbeitete er ein zeichnerisches Werk auf Papier, das in Beispielen zu sehen ist. Dabei geht es um die Bewegung und die Reduktion des Konkreten. Neben klassischeren Arbeiten, bei denen oft die Natur eine Rolle spielt, entstanden große abstrakte „Urwolken“ als Tuschezeichnungen, an denen der Künstler oft Monate lang arbeitet. Naegeli ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund. Er zählt zu den Vorläufern der Street Art in Europa und zu den ersten Künstlern, die sich politisch motivierten Interventionen auf der Straße widmeten. Er selbst sieht sich als Zeichner, der sich nicht nur auf Papier beschränkt, sondern auch Mauern und Wände für seine Werke nutzt. „Damals galt es als Schmiererei, heute versucht man, die Werke museumstauglich zu konservieren“, schloss Heiland.
„Ich bin sehr glücklich über die hohe Ehre, in der Domstadt meine Ausstellung zeigen zu können“, sagte der Künstler, der am Mittwoch wieder vorm Bezirksgericht Zürich stehen musste. Sein Statement hatte er schon vorbereitet und verlas es (wir berichteten): „Ich klage an, dass Sie Kunstwerke überhaupt vernichten, unsichtbar machen und obendrein als kriminell bezeichnen, statt diese zu schützen und zu wahren, wie es das Gebot der Kultur wäre.“ Überdies plädiert er „für eine Neubestimmung des Begriffs Sachbeschädigung.“
Die Ausstellung ist bis 5. November im Kunstverein, Hauser Gasse 17, zu sehen. Öffnungszeiten: Freitag 16 bis 18 Uhr, Samstag 11 bis 14.30 Uhr, Sonntag 13 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung. Kontakt: www.wetzlarer-kunstverein.de

 

Nachtrag: Der Prozess gegen Harald Naegeli am 4. Oktober in Zürich ist ohne Urteil zu Ende gegangen. Das Gericht rief den Kläger – die Stadt Zürich – und den 77-Jährigen auf, sich gütlich zu einigen. Naegeli war wegen Sachbeschädigung durch Graffiti aus den Jahren 2012/2013 angeklagt. (dpa)