Patrick Fauck stellt in der Galerie des Wetzlarer Kunstvereins aus

Von Stephan Scholz

WETZLAR. Man kann von einem Feuerwerk der Farben und Formen sprechen, das Patrick Fauck derzeit in der Galerie des Kunstvereins im Alten Rathaus in der Hauser Gasse 17 abbrennt. Unter dem Titel ">>Good times<< - Druckgrafik" zeigt der Leipziger dort noch bis zum 25. September eine Auswahl seiner Arbeiten, die vor Vitalität nur so sprühen. Zur Vernissage der Ausstellung kamen am Sonntag rund 15 Gäste, darunter Wetzlars neuer Kulturdezernent Jörg Kratkey. In die Ausstellung eingeführt wurden die Besucher von Kunsthistorikerin Dr. Susanne Ließegang.

Zu sehen sind eine Auswahl kleiner und mittlerer Formate, die auf den ersten Blick ganz überwiegend durch ihre Farbgebung bestechen. Die Drucke, darunter vor allem so genannte Lichtdrucke, betören mit einer farbenfrohen Lebendigkeit, die im Verbund mit den teils komplex angelegten und gegenständlichen Motiven richtig Laune machen. Interessant: Immer wieder korrespondieren die Arbeiten mit ihren Titeln wie "Waldgeistermeister", was auch so gewollt ist, wie Ließegang in ihrem Vortrag deutlich machte. "Die Titel sind häufig Sprachspiele", sagte die Kunsthistorikerin. Diese Spiele sind allerdings kein Selbstzweck, Fauck gelinge es in seinem Schaffen vielmehr, bildhaftes und abstraktes Denken in der Symbiose von Titel und Werk zusammenzuführen. Die Referentin berichtete, dass der Künstler zunächst Designgrafik studiert hatte, um sich anschließend Kunstgeschichte und Philosophie zuzuwenden. "Dabei hat er die bereits erworbene Technik der Hand im Kopf mit kunsthistorischen Bildern aufgefüllt", erklärte Ließegang, um darauf zu verweisen, dass Hauck nach Studienabschluss eine weitere Ausbildung als Druckgrafiker absolvierte. Seine Bilder entstünden in der Weise, dass der Künstler zunächst einen Arbeitstitel im Kopf habe, der anschließend mit Bildern aus einem über Jahre gesammelten Fundus zusammengebracht werde. Im Anschluss beginnen die Verarbeitungsprozesse.

Fauck selbst erläuterte den Besuchern das Verfahren des so genannten Lichtdrucks. "Er geht auf die Anfänge der Fotografie zurück, als man auf lichtempfindlichen Glasplatten belichtete", so der Künstler. Dabei sei die Platte mit einer dünnen Schicht aus Gelatine überzogen, genau wie beim Lichtdruck. Auf diese Schicht werde dann ein Negativfilm gelegt, durch dessen offene Stellen Licht falle. Nach der anschließenden Härtung nehmen diese offenen Stellen die Farbe für den Druck auf, wobei für jede Farbe eine Platte benötigt wird. Heute ist dieses Edeldruck-Verfahren kaum noch verbreitet und findet sich bloß noch in Druckereien in Leipzig, Kyoto und Peking, resümierte Fauck.

Wer die Vernissage verpasst hat und die Arbeiten selbst bewundern möchte: Die Galerie des Kunstvereins ist freitags von 16 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 14.30 Uhr und sonntags von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen auch im Internet unter  www.wetzlarer-kunstverein.de oder bei Facebook unter dem Suchbegriff "Wetzlarer Kunstverein e. V.".