Auf den ersten Blick scheint es nicht zusammenzugehen: Collagen von Renate Donecker mit Zeichnungen und Holzarbeiten von Jörg Großhaus. Dass diese Paarung, die bis 13. Oktober die Galerie des Kunstvereins bespielt, doch funktioniert, erklärte Dr. Susanne Ließegang den rund 70 Vernissagebesuchern.

Renate Donecker kennt die Malerei in der sie seit Jahrzehnten mit Farbe Landschaften und Stadtlandschaften baut, Räume und Flächen zueinander bringt. Immer benutzt sie dafür kleine Formate. Renate Donecker fasse die Farbe von ihrer Körperlichkeit her auf. Jede Farbe ist so etwas wie ein Baustein in ihrer Malerei. Mit den gefundenen Farbschnippseln hat sie Bausteine, die sie im Bild zueinander anordnet. Die Ordnung wird durch die Farbe bestimmt. In dieser Ordnung geht es nicht darum, in irgendeiner Form Wirklichkeit abzubilden. Es gehe um eine Ordnung, die wir mit unserem Geist herstellen. Eine menschliche Ordnung, die sozusagen auf unser emotionales Gefüge antworten kann. Es gehe um ein Vermögen, das generell in der Lage ist zu gestalten.

Bei der Kunst von Jörg Großhaus überraschte Susanne Ließegang sein Handwerk, genauer: das Holz von seinen Fähigkeiten her zu lernen und zu benutzen. In der Feinfühligkeit gegenüber dem Material gibt es Parallelen zu Renate Donecker. In der Holzverarbeitung sei eine unglaubliche Sensibilität und Können vorhanden. Doch, all diese Dinge, die man in den Räumen sieht und Alles, was an den Wänden hängt, wird erst zu einem Kunstwerk, wenn die Betrachter die Erzählungen aufgreifen und weiter spinnen. Das eigene Denken und Fantasieren sei gefordert. Die Fähigkeit zu gestalten heißt: Wir müssen uns nicht in dem begrenzen was ist.(Foto: Fritsch)